Was wird uns die Fahrradindustrie im Jahr 2021 bringen?

Lass uns Klarheit schaffen.

 


 

Während die Pandemie für viele Industriezweige einen Einbruch der Verkaufszahlen, Rückgang der Konsums und andere ernsthafte Probleme mit sich brachte, schenkte sie der Fahrradbranche ein exponentielles Wachstum. Jetzt ist jedoch der Moment gekommen, kurz innezuhalten und die Geschehnisse der vergangenen Monate aus der Sicht der Fahrradbranche zu überdenken:
Was ist genau passiert? Wie konnte es dazu kommen? Wie wird es weitergehen?.

 

 

Anfang 2020 bricht zur Zeit der Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahrsfest im Fernen Osten die COVID-Epidemie aus. In China und in anderen Regionen Asiens, in denen sich die neuralgischen Produktionszentren aller „Bike-Factories“ befinden, wird die Produktion von Fahrradrahmen und Bike-Komponenten eingestellt .

Europa und Amerika fühlen sich zu diesem Zeitpunkt noch nicht davon bedroht, doch die langfristigen Folgen der Pandemie machen sich bereits langsam bemerkbar. Kurz darauf erfasst die erste Pandemie-Welle innerhalb weniger Wochen ein westliches Land nach dem anderen.
Alle stehen unter Schock.

Die Welt der Arbeit kommt zum Stillstand: Fabriken, Läden, öffentliche Ämter verlangsamen für die folgenden zwei Monate ihre Tätigkeiten fast bis zum völligen Stillstand. Die Menschen dürfen ihre Häuser und Wohnungen nur noch aus dringenden Gründen mit Mundschutz und Handdesinfektionsmittel verlassen. Begriffe wie Lockdown und soziale Distanzierung gehen in den allgemeinen Sprachgebrauch ein. Man trifft sich nicht mehr, man teilt nichts mehr miteinander, der Virus ist allgegenwärtig.?Wie die Geschichte weitergeht, wissen wir alle.

 

 

Zum Zeitpunkt der Einführung der ersten Beschränkungen erlebt die Fahrradbranche dagegen einen abrupten Richtungswechsel. Denn in dieser neuen Welt auf Abstand entdecken plötzlich alle das Fahrrad als das beste Gerät, um sich körperlich zu betätigen, sich fortzubewegen und die Freizeit zu füllen, was unweigerlich zu einem unerwarteten Anstieg der Nachfrage führt.

Im Fernen Osten standen jedoch monatelang die Fertigungslinien still. Zugewanderte Arbeitskräfte wurden dort wegen der Pandemie entlassen, andere kehrten in ihre Heimatorte zurück und kamen zum Großteil aufgrund der Reisebeschränkungen und der Quarantäne nicht mehr an ihren Arbeitsplatz zurück. Um diesen Arbeitskräftemangel auszugleichen, wurden zwar neue Arbeiter angeheuert, doch es brauchte eine Zeit, bis sie eingelernt waren.

 

 

Trotz aller Versuche, das durch den Lockdown entstandene Produktionsdefizit auszugleichen und zu den vorherigen Produktionsrhythmen zurückzukehren, kommen die Hersteller der rasant steigenden Nachfrage nicht nach. Zulieferer, die vor der Pandemie Lieferzeiten von maximal 90 Tagen zusicherten, liefern jetzt aufgrund der Schwierigkeiten bei der Beschaffung von Aluminium, einem für die meisten Fahrradkomponenten entscheidenden Rohmaterial, oft erst in 18 Monaten.

Die Kunden rennen die Fahrradläden geradezu ein, doch die Hersteller und Zulieferer, deren Lagerbestände zu Ende gehen, können seit Wiederaufnahme der Produktion nur lange und nicht sichere Lieferzeiten anbieten. Auch im Transportbereich wird die Lage immer komplizierter: E-Bikes werden per Schiff transportiert, wobei viele Güter von Asien nach Europa transportiert werden, doch nur wenige in die gegengesetzte Richtung, also von Europa in Richtung Asien. Die Kosten für die Rückreise mit leeren Containern vervierfachen sich folglich. Zudem sind die Anlegekapazitäten der Häfen erschöpft, so dass die ankommenden Schiffe mit ihren Ladungen oft tagelang warten müssen, bis sie anlegen können. Vor der Pandemie war ein Container von Taiwan auf dem Seeweg vier Wochen unterwegs, bis er Italien erreichte. Heute dagegen liegen die Lieferzeiten bei über zwei Monaten, und die Kosten sind, wie schon erwähnt, auf das Vierfache gestiegen.

 

 

Was erwartet uns in den kommenden Monaten?

Es ist angebracht, sich Klarheit über die Folgen zu verschaffen, um schon jetzt entsprechende Vorkehrungen zu treffen und gelassen mit der Situation umgehen zu können.

Niedrige Produktionseffizienz, höhere Kosten für Logistik, Koordinierung und Transport werden die Hersteller aller Marken zum Überleben unter diesen neuen Marktbedingungen dazu zwingen, nicht nur die Preise der neuen Produkten, sondern auch die der laufenden Bestellungen zu erhöhen. Im gesamten neuen Jahr 2021 und wahrscheinlich auch 2022 wird die Planung sicherer Lieferzeiten sehr kompliziert, wenn nicht sogar unmöglich werden: Nicht nur bei den Rahmen, sondern auch bei den Komponenten sind schon heute Wartezeiten von bis zu 500 Tagen keine Seltenheit. Selbst wenn ein Fahrradhersteller seinen Rahmen plangemäß anfertigt, wird es ihm an Bremsen, Schaltungen, Sattelstützen oder Vorbauten fehlen, um das Fahrrad fertigzustellen und ausliefern zu können Der Trend wird wohl dahingehen, immer robustere und haltbarere Bikes mit universellen Standards zu bauen.
Die Marken werden voraussichtlich ihr Wettrennen, alle sechs Monate neue Produkte auf den Markt zu bringen, nur schwerlich fortsetzen können und das Konzept des Modelljahrs derweil aufgeben. Ein wahrscheinliches Szenario ist daher, dass die Komponenten eines jeden Produktionslos zukünftig in Abhängigkeit ihrer Verfügbarkeit zum jeweiligen Zeitpunkt gewählt werden.

 

 

2021 und 2022 werden dabei wohl Übergangsjahre sein, in denen die Unternehmen sich neu organisieren, neue Regeln aufstellen, neue Strategien entwickeln und sich neuen Ressourcen bedienen werden. Wir alle, Hersteller und Zulieferer, Händler und Endkunde, müssen uns an ein „New Normal“ mit Preisanstiegen, laufenden Änderungen der Fahrradkomponenten und längeren Lieferzeiten anpassen .

Wir bei THOK sind schon seit einiger Zeit dabei, uns auf diese Veränderungen vorzubereiten. Unser Ziel dabei ist, unserer Unternehmensphilosophie und den Prinzipien von THOK treu bleiben und nur die Strategien der neuen Situation anzupassen, ohne dabei unsere Kunden aus dem Auge zu verlieren und ihnen Unannehmlichkeiten so weit wie möglich zu ersparen. Den Schwerpunkt werden wir immer stärker auf die Leistungsfähigkeit unserer Modelle und die Entwicklung von Produkten mit längerer Lebensdauer legen, damit ihr Wertverlust begrentz wird und sie stets dem neuesten Stand entsprechen.

THOKcare und der Bausatz des THOK 630Wh-Akkus sind genau aus dieser Motivation heraus entstanden: Sie geben dem Kunden die Möglichkeit, sein Bike nachzurüsten und noch längere Touren zu fahren, ohne dafür unbedingt das Fahrrad wechseln zu müssen. Zudem limitiert unser Angebot einer Garantie, die auch gebrauchte Fahrräder abdeckt, deren Wertverlust.

Alle denjenigen, die ein neues e-bike kaufen möchten, raten wir dagegen, sich nicht von den langen Lieferzeiten abschrecken zu lassen, sondern das neue Bike so früh wie möglich zu bestellen, um sicher zu gehen, es bis zur schönen Jahreszeit zu erhalten. Monat für Monat wird es schwieriger werden, Neuräder zu erhalten.

 

 

Wir haben schon immer Wert auf den direkten Kontakt mit unseren Endkunden gelegt und heute sind wir mehr denn je von der Richtigkeit dieser Strategie überzeugt. Zusammen mit unseren THOK Points stehen wir euch stets für Fragen und Erklärungen zu bereits bestellten Bikes und zu Neukäufen sowie für alle sonstigen Auskünfte zur Verfügung Vom Hersteller zum Konsumenten.

Bei Thok blicken wir energiegeladen und mit Optimismus nach vorne und sind stets voller Lust, uns in den Sattel zu schwingen.