Seid ihr sicher zu wissen, was Trail Building ist und was ein Trailbuilder macht?

Hier geben wir euch die Gelegenheit, anhand der Lebenslaufgeschichte des wohl kompetentesten Italieners dieses Metiers, dem legendären Pippo Marani, dies zusammen mit uns zu entdecken.

 


 

Jeder, der sich in der Welt des MTB bewegt, hat sicherlich schon mal den Namen Pippo Marani gehört oder gelesen:
Er ist Pionier des italienischen Downhills, war Anführer der "Randagi" (zu Deutsch ‚Streuner‘), zu denen in den 1990er Jahren die Top-Fahrer der Downhill-Szene wie auch unser CEO gehörten, und gilt als Hüter der Geschichte und der Geschichten des MTB seit seinen Anfängen.

Auf internationaler Ebene gehört Marani zu den versiertesten und kompetentesten Trialbuildern, also Trailbauern, der Szene.

 

Doch was ist ein "Trailbuilder“? Was macht er und wie wird man zum Trailbuilder?

 

 

 

Der Trailbauer ist derjenige, der die Strecken entwirft, die wir alle benutzen, um mit unseren Bikes Spaß zu haben: Wege, Bikeparks, Rundstrecken und mehr.
Ausgerüstet mit Schaufel, Harke und Motorsäge verbringt er seine Tage im Wald, um Routen zu eröffnen, Streckenverläufe festzulegen und Linien zu ziehen.

Die wichtigsten Voraussetzungen, um ein guter Trailbauer zu werden, sind: große Leidenschaft für die Natur und die Welt der breiten Reifen sowie vor allem selbst Mountainbiker zu sein. Letztere ist fundamental, um Gefälle zu erkennen, die Fahrbarkeit eines Hindernisses oder eines Sprungs richtig einschätzen zu können, eine Kurve zu konstruieren und zu wissen, wie hoch der Rand sein muss - kurz gesagt einen Blick für die technischen Details haben.

 

 

Wild abstehende weiße Haare, drahtiger starker Körper und mit der für die Menschen aus Emilia-Romagna typischen Sympathie und Offenheit: Das ist Pippo, der vor fünfzig Jahren mit dem Straßenradsport begann und das Bike in allen seinen Arten und Formen kennt.

In den 1980er Jahren war er einer der ersten, die sich für das damals frisch aus den USA in Italien eingetroffene BMX begeisterte. "Die erste Italienische Meisterschaft haben wir im Polisportiva Otello Buscherini ausgetragen. Dabei waren ich und ein junger Biker, ein gewisser Stefano Migliorini, der Sieger die Meisterschaft wurde. Als wir auf dem Siegerpodest auf ihn warteten, wurde er gerade mit einem gebrochenen Arm im Krankenwagen abtransportiert, da er nach dem Wettkampf wie ein Grashüpfer weiter auf seinem Bike Sprünge hinlegte und dabei gestützt war!” Dies erzählt Pippo mit einem herzhaften Lachen.
Wie für viele BMX-Fahrer war der Wechsel zum MTB (die Revolution der 1990er Jahre) auch für ihn vollkommen logisch und läutete zudem seine Laufbahn als Streckenbauer ein.
“Der Übergang vom Biker zum Trailbauer war für mich ein Muss. 1991 hatten wir mit dem Downhill begonnen. Abfahrten haben mir schon immer gefallen. Aber bei den ersten Rennen, die veranstaltet wurden, gab es auch Auffahrten... und für mich war es unverständlich, warum man bei einem Abfahrtsrennen auch bergauf fahren sollte. So habe ich für mich begonnen, Strecken zu erstellen.
Es war die Zeit der Pioniere und die Geburt der ‘Randagi”.

 

 

 

Seit dem Bau seines ersten Trails in Cimoncino (Fanano) hat er nicht mehr damit aufgehört: Die Strecken vieler nationaler und internationaler Rennen stammen aus seiner Feder, vor allem die Black Snake, die gefürchtete World Cup-Strecke im Val die Sole, mit der er zu einem der Größten unter den Großen wurde.
Dank dieser Strecke kam er mit den weltweit stärksten Bikern in Kontakt, die ihn schätzen und mit ihm den Streckenverlauf besprechen.
“Bei der Konzipierung einer Strecke lasse ich mich von niemandem beeinflussen - ich verlasse mich dabei voll und ganz auf meine Kreativität und lese den Wald. Manchmal spreche ich mit Bikern, um ihre Anforderungen besser zu verstehen”..

 

 

Die Tätigkeit des Trailbauers ist anstrengend: eine bedeutende Strecke zu erstellen, erfordert viele Stunden Arbeit und Tage, an denen man allein in der Stille der Natur die Berghänge hoch und runter rast.
In den letzten Jahren gesellte sich zu den Arbeitsgeräten des Trailbauers das E-Bike: “… damit kann ich mich unter anderem leichter bewegen und fertige, vor allem neue Streckenabschnitte selbst mehrmals testen”.
Dank der Freundschaft, die ihn mit dem Jungen verbindet, der damals mit einem gebrochenen Arm im Krankenwagen endete, benutzt er seit einigen Jahren beim Bauen der Trails die THOK-Bikes.
Zuerst das MIG-ST und dann das MIG-R. Heute benutzt er das MIG 2.0, um sich schnell im Wald zu bewegen (“(“mit dem SHIMANO E7000 und dem 504 WH-Akku. Dieser Akku ist mehr als genug!”) und das TK01 R um die technischsten Stellen Probe zu fahren, was bei ihm immer konsequent ohne Teleskopsattelstütze erfolgt (“für mich ist sie ein unnötiges Zubehör, da ich den Sattel immer auf derselben Höhe möchte - Alte Schule halt!”). Um zur Arbeit, seiner täglichen Arbeit in Modena, zu fahren, benutzt er ein MIG-HT.

 

 

Fahrraderfahrung rundum: Rennrad, BMX, MTB und jetzt auch das E-Bike. Dank seiner Erfahrung und seines Knowhows auch auf den elektrischen Fahrrädern wurde er mit dem Bau des Trails für den E-Bike World Cup 2021 beauftragt, der wie immer im Val di Sole stattfinden wird.
“Vor zwei Jahren hatte ich schon mal einen Short-Track für das E-Bike-Rennen bei der MTB-Weltmeisterschaft erstellt. Das war damals ein Experiment. Die erste richtige E-Bike-Weltmeisterschaft fand einen Monat später in Kanada auf einer XC-Strecke statt.
Im Nachhinein gesehen war mein Trail etwas zu kurz und der andere etwas zu lang.
Jetzt arbeite ich an einer ungefähr zwei Kilometer langen Rundstrecke, der „Electric Snake“, bei der die Zuschauer die gesamte Rennstrecke sehen können. Das Rennen wird eine Stunde plus eine Runde dauern. Die Strecke wird technisch, aber auch schnell und flüssig sein, so dass die Teilnehmer nah bei einander bleiben und beim Zieleinlauf ein spektakulärer Endspurt zu erwarten ist. Sie wird einen interessanten und technisch anspruchsvollen Anstieg und eine Abfahrt haben.
Die Welt der Bikes mit Tretunterstützung ist neu und jeder interpretiert sie auf seine Weise. Ich liebe das Streckenbauen, mir gefallen natürliche Streckenverläufe und die größte Zufriedenheit erhalte ich, wenn die Leute darauf Spaß haben. Doch darf der athletische Aspekt dabei auf keinen Fall zu kurz kommen: Die Biker sollen auf den elektrischen Bikes auch in die Pedale treten, denn schließlich sind sie keine Motorräder. Und wir sorgen dafür, dass sie kurbeln müssen! Manchen wird die Strecke gefallen, anderen (hoffentlich nur wenigen!) nicht so sehr - doch das ist OK so. Wir experimentieren, damit diese neue Disziplin größer werden kann”
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Mit Pippo zu sprechen, ist wie eine Unterhaltung mit der Geschichte des Fahrrads selbst, und eine Erfahrung, die alle einmal machen sollten.

Wir sind stolz darauf, Pippo, der ein THOKer durch und durch ist, als einen Botschafter unserer Marke zu wissen.

Sein Gruß an alle: “Bis bald Jungs, und immer locker bleiben! Yeah”.

 

 

 

 

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